Film: Herr Professor Clown

Titel Clown

 

 

Herr Professor Clown

Ernst J. Kiphard - Vater der deutschen Psychomotorik

Der Film zeigt Facetten der Psychomotorik, wie sie Prof. Dr. Ernst "Jonny" Kiphard gelebt und gelehrt hat.
Der Film ist in Kapitel aufgeteilt, die sich zu einer bunten Collage gruppieren. Sie zeigen die vielschichtige Biographie und wichtige Aspekte seines Schaffens.

Kapitel 1 – Lehrtätigkeit

Im ersten Kapitel zeigen wir Jonny Kiphard bei seiner Arbeit mit Studierenden und wie seine Begeisterung ansteckend wirkt.
Für den heute fast 80-jährigen Vater der deutschen Psychomotorik ist es eminent wichtig, dass die späteren PsychomotoriktherapeutInnen neben einer fundierten theoretischen Ausbildung vielfältige, hautnahe und erlebnisreiche Körper- und Bewegungserfahrungen machen. Er ist überzeugt: Nur so sind sie in der Lage, die verschiedenen Lerninhalte in ihrer typischen psychomotorischen Methodik und Vermittlungsweise an die Kinder weiterzugeben.
Ein Schwerpunkt in Kiphards Arbeit ist das Zirzensische, zum Beispiel das Jonglieren oder das Zaubern. Kunstfertigkeiten und Artistik in spielerischer Form haben aus erlebnis- und sozialpädagogischer Sicht für ihn einen hohen Stellenwert.

Kapitel 2 – Lebenslauf

Wer ist dieser Mann? Wir blättern im nächsten Kapitel in seinem Lebensalbum und erhalten einen Einblick in das vielseitige Wirken des Diplom-Sportlehrers und Universitätsprofessors Dr. E. J. Kiphard.
Nach dem 2. Weltkrieg erfüllte sich Jonny Kiphard einen Jugendtraum. Er ging zum Zirkus und trat als Trapez-Akrobat und Clown auf. Nach einem Unfall begann er, 30 jährig, Sport, Englisch, Pädagogik und Psychologie an der Sporthochschule und an der Universität Köln zu studieren. Er hatte vor, nach dem Studium eine Artistenschule zu gründen. Die hautnahe Begegnung mit behinderten Kindern während eines Praktikums bewirkte aber dann etwas Entscheidendes. Anstatt Kindern und Jugendlichen am oberen Ende der Leistungsskala Höchstleistungen anzutrainieren, kümmerte er sich fortan um die schwachen und ungeschickten Kinder. So wurde Kiphard im Jahre 1955 als freier Mitarbeiter und ab 1960 auf einer Planstelle an einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie als Bewegungspädagoge und -therapeut tätig, an der er 25 Jahre lang wirkte. Hier entwickelte er, neben motodiagnostischen Tests, die sogenannte "Psychomotorische Übungsbehandlung".
Nach seiner Promotion 1976 bekam er 1980 einen Ruf als Ordentlicher Professor an die Uni Frankfurt am Main, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989 in Lehre und Forschung tätig war. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Kapitel 3 – Clown

Die Besonderheiten seiner Arbeit als Clown stellen wir im dritten Kapitel vor und zeigen, wie er mit Studentinnen der Abteilung Psychomotoriktherapie am Heilpädagogischen Seminar Zürich (der heutigen Hochschule für Heilpädagogik) einen Clownkurs gestaltet.
Der Clown, meint Jonny Kiphard, bewahrt das Paradies der Kindheit in sich. Schon Erich Kästner hat gesagt: Erwachsen werden und doch Kind bleiben, sei das eigentliche Lebensziel. Im Clown ist beides erhalten. Darum können sich Kinder so gut mit ihm identifizieren, ist Kiphard überzeugt.
Schon zu Beginn der Sechziger Jahre hatte Jonny Kiphard in der westphälischen Jugendklinik in Gütersloh mit Zirkus- und Clownvorstellungen begonnen. Er merkte, dass der Clown mit seiner Tolpatschigkeit von Behinderten als ein Verbündeter erfahren wird. Er hat schon damals den Clown als Therapeuten entdeckt, der  heute auch in Kinderkrankenhäusern eingesetzt wird.

Kapitel 4 – Arbeit mit Kindern

In diesem Teil des Filmes erklären wir die Hauptmerkmale der psychomotorischen Arbeitsweise von Jonny Kiphard und geben einen Einblick in seine Arbeit mit Kindern.
Die psychomotorisch orientierte Pädagogik und Therapie, die Ernst J. Kiphard begründet hat, will die Kinder so weit wie möglich eigenverantwortlich handlungsfähig machen. Statt der im Sportunterricht typischen Fremdbestimmtheit durch Übungsanweisungen und Korrekturen, statt des üblichen Vor- und Nachmachens, handeln die psychomotorisch geförderten Kinder selbstbestimmt. Dabei charakterisieren Freude am Tun, am Ausprobieren, Entdecken und am kreativen individuellen Lösen von Bewegungsproblemen die Atmosphäre.

Kapitel 5 – Auswirkungen

Der Film beleuchtet im weiteren Kapitel, was die Pionierarbeit von Jonny Kiphard ins Rollen gebracht hat und in welchem Umfeld sie entstanden ist.
Die Grundlagenforschung, die in den 60-er Jahren in Gütersloh und Hamm durch Kiphard und andere geleistet wurde, blieb nicht ohne Auswirkung: Die Bewegung erhielt Beachtung und Raum. Die Psychomotorik fand Einzug in Kindergärten und Schulen. Die Fortschritte, die bei Kindern mit Bewegungsstörungen erzielt wurden, sprachen sich herum. Vielerorts in Deutschland griff man diese Erkenntnisse für die gezielte Entwicklungsförderung von Kindern auf. Es begann sich etwas zu bewegen. Die Überzeugung setzte sich durch, dass eingeschränkte Spiel- und Lebensräume für Kinder sowie zunehmender Fernsehkonsum und Computergebrauch das Bedürfnis steigern nach Bewegungsräumen, die eine ganzheitliche Entwicklung unterstützen können.
Jonny Kiphard verbreitete seine Ideen an zahlreichen Kongressen im In- und Ausland. Er ist Autor oder Co-Autor von 14 Fachbüchern, die in viele Sprachen übersetzt wurden. 

Kapitel 6 – Lebenskünstler

Unsere kleine Hommage an den Vater der Psychomotorik lassen wir mit einer Collage über den Lebenskünstler Jonny Kiphard ausklingen: Jonny, der Schriftsteller, der Verwandlungskünstler, der Reisende in Sachen Clown.

Mit seinen eigenen Worten führt er uns zum Schluss in seine „bessere Welt“, die in einem Lächeln eines Clowns verborgen ist oder uns aus Kinderaugen entgegenstrahlt.

Rezension ...

 

Credits

Herr Professor Clown

Ernst J. Kiphard - Vater der deutschen Psychomotorik
 
Ein Film von Brigitte Wachter Schmid und René Senn
Recherchen und Redaktion - Brigitte Wachter Schmid
Text - Jonn Häberli
Kamera - René Senn
Videotechnik und Ton - Bruno Zoller
Sprecherin - Liliana Heimberg
Musik - Toby Frey
Gestaltung und Realisation - René Senn
Produktion - appelsina pictures Zürich in Zusammenarbeit mit Television Universität Zürich
© appelsina pictures/2001/2005

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